Eine tiefe Stimme überzeugt – wirklich?

In meinem letzten Blogbeitrag habe ich mich mit den Ergebnissen der neuesten Forschung zum Thema „Frauenstimmen werden tiefer“ beschäftigt. Hierzu hatte ich auch auf ein Interview verwiesen, welches ich zu diesem Thema gegeben habe (Emanzipation ist hörbar).

Aus aktuellem Anlaß möchte ich auch den heutigen Blogbeitrag der Frauenstimme widmen. Denn ein weiteres Interview mit mir wird am Freitag, 3.11. auf HR1 zu hören sein und mir ist wichtig, an dieser Stelle nochmal ein paar Aspekte genauer zu beleuchten.

Das Forschungsergebnis
Aus den Forschungsergebnissen geht klar hervor, dass die Stimmlage der heutigen Frau (in Deutschland) im Vergleich zu noch vor 20 Jahren signifikant tiefer geworden ist und dass diese Veränderung sozio-ökonomische Ursachen hat. Emanzipation und Zeitgeist liegen hier als Gründe ganz weit vorne.

Frau hier und heuteKlar ist: Das Rollenbild der Frau hat sich im Laufe der vergangenen Jahrzehnte gewandelt, bedingt u.A. durch eine Veränderung ihres Lebenswandels und ihres Selbstverständnisses. Solche Veränderungen haben immer auch eine Auswirkung auf Stimme und Sprechverhalten.

Aber auch wenn die natürliche Stimmlage der Frau abgesunken ist, so sieht sich die heutige Frau mit ihrer Stimme vor Allem im beruflichen Kontext einer besonderen Herausforderung gegenüber: Sie muß sich häufig in einer nach wie vor von Männern dominierten Welt durchsetzen können. Die Stimme als tragendes Kommunikationselement hat dabei selbstverständlich einen ganz wesentlichen Einfluß. Und hierauf möchte ich gerne nochmal zu sprechen kommen.

Stimme und Wirkung
Da einer tiefen Stimme Souveränität, Vertrauenswürdigkeit und Belastungsfähigkeit zugesprochen wird, könnten die im Vergleich zur Männerstimme höher klingenden Frauenstimmen hier womöglich einen Nachteil haben. Letzteres fürchten (und erleben!) auch viele Frauen und versuchen häufig, ihre Stimme mit Absicht tiefer zu stellen. Doch dieser Versuch ist aus mehreren Gründen fatal.

Zunächst einmal wirkt eine mit Absicht tiefer gestellte Stimme in den meisten Fällen unnatürlich und nicht mehr authentisch. Sie klingt manipuliert und wird obendrein ihrer eigentlichen Klangvielfalt beraubt.
Das Bemühen um eine tiefer klingende Stimme ist spür- bzw. hörbar, wirkt ganz subtil entsprechend auf das Gegenüber und ist somit absolut kontraproduktiv.
Auch ermüdet die Stimme schneller und ist weniger belastbar.

Viel wichtiger als die absolute Tonlage der Stimme sind für ein überzeugendes Auftreten Faktoren wie Sprechtempo, Sprechmelodie und ganz grundlegend das Selbstverständnis und die innere Haltung – Psyche und Emotionen also. Wer hier gut aufgestellt ist und dabei in seiner natürlichen Tonlage spricht, ist souverän, überzeugend und wirkt vertrauenswürdig.

Wie Sie mit sich und Ihrer Stimme dahin kommen, zeige ich Ihnen gerne ganz individuell in einer Coaching-Session oder einem ausgedehnteren Stimmtraining hier vor Ort in meinem Voice Coaching Studio im Zentrum von Köln oder auch über Skype. Ich würde mich freuen von Ihnen zu hören.

Alles Gute für Ihre Stimme!

Herzlichst,
Ihre

Birgitta Maria Schaub


Hier noch einmal der link zum letzten Blogbeitrag:

Spannende Entwicklung bei Frauenstimmen

Und unter folgenden links finden Sie weitere Blogbeiträge zu relevanten Aspekten von Sprechstimme, Stimmhöhe und Co.:

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Die zwei schlimmsten Denkfehler in Sachen “souveräne Wirkung”

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